Kürzlich hatten einige Kollegen der Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit weiteren Vertretern unserer Innovationsprojekte DECARBOMILE und InnoWaTr die Gelegenheit, unser Mitglied Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) in Harburg zu besuchen und einen genaueren Blick auf das erst kürzlich getaufte neue Forschungsschiff des CML, die Vektor, zu werfen.
Dieses Schiff, das ursprünglich als Polizeistreifenboot an der Ostseeküste im Einsatz war, wird nun umfassend umgebaut und zu einer Forschungsplattform weiterentwickelt. Besonders spannend ist seine geplante Fähigkeit zur autonomen Fahrt – ein bedeutender Schritt für die Zukunft der maritimen Logistik.
Die Vektor, ein 13 Meter langes und vier Meter breites Forschungsschiff mit Platz für bis zu zwölf Personen, wird derzeit umfassend modernisiert. So wird sie nun schrittweise für die verschiedenen Forschungszwecke des CML, u.a. den ferngesteuerten und autonomen Betrieb, ausgestattet. Zunächst erhält sie ein nautisches Assistenzsystem, später folgt die Fernsteuerung. Mit Unterstützung der neuen Informations- und Navigationstechnologien werden u.a. Lösungen für das autonome Fahren entwickelt und getestet.
Neben der autonomen Schifffahrt soll die Vektor zukünftig als Plattform zur Erprobung von künstlicher Intelligenz, dem Einsatz von Über- und Unterwasser-Drohnen sowie der Sammlung maritimer Daten, z.B. für Simulationszwecke, dienen.
Die Hamburger Projektpartner der beiden EU-Projekte DECARBOMILE und InnoWaTr nutzten den Austausch mit dem Fraunhofer CML auch, um mögliche Synergien und Kooperationsmöglichkeiten, z. B. hinsichtlich der Datenerfassung und Simulation entlang der Pilotstrecken beider Projekte, zu eruieren. Auf diesen Pilotstrecken sollen im Rahmen von Testfahrten für unterschiedliche Anwendungsfälle des urbanen Lieferverkehrs Warentransporte durchgeführt werden.
Sollte sich hier eine Kooperation als sinnvoll erweisen, könnten die mit der Vektor gesammelten Daten zu einer besseren Datengrundlage beitragen und helfen, verschiedene Szenarien zu simulieren. So ließen sich die aufgezeichneten Fahrten unter verschiedenen Bedingungen, wie etwa unterschiedlicher Wetterlage oder Gezeiten, in allen Jahreszeiten nachstellen. Diese Erkenntnisse könnten dann zur Simulation und Optimierung nachhaltiger Logistikkonzepte weitergenutzt werden und würden immens dabei helfen, die Potentiale der Pilotversuche zu Evaluieren und deren Nutzen, z. B. als dauerhafte innerstädtische Transportangebote, zu bewerten.

